Mitten in Wörthsee
Informationen zu Angelegenheiten in Wörthsee und Umgebung
Erstveröffentlichung: 23.11.2025
Am Mittwoch, 19. November 2025, fand ab 19:00 die Wörthseer Bürgerversammlung statt. Der Ort dafür waren Aula und Foyer der Grundschule in der Schulstraße. Ca. 200 Bürger fanden sich ein. Offiziellerseits waren die Bürgermeisterin Christel Muggenthal, der Kämmerer Thomas Dischner und die geschäftsleitende Beamtin Christa Heintel anwesend. Um ca. 19:45 Uhr stieß noch der Landrat des Landkreises Starnberg, Stefan Frey, dazu.
Die Bürgermeisterin eröffnete um 19:00 Uhr die Bürgerversammlung mit einem kurzen Trauersilentium für die jüngst verstorbene Margot Köhler. Sie war für Jahrzehnte ein prägendes Gesicht der Wörthseer Nachbarschaftshilfe. Danach wurde ein ca. 10-minütiges Video gezeigt, dass Impressionen von Veranstaltungen in der Gemeinde im vergangenen Jahr zeigte. Das Video wurde – wie auch in den Vorjahren – von Juliane Seeliger-von Gemmingen aus der Gemeindeverwaltung erstellt.
Im Anschluss trug der Kämmerer Thomas Dischner detailreich die Finanzzahlen für das vergangene fiskalische Jahr 2024 vor. Er verwies dabei auch auf die Verflechtungen zwischen den Gemeindefinanzen und den Landkreisfinanzen, Stichwort Kreisumlage. Den Vortrag kann man in der Weise zusammenfassen, dass 2024 finanziell betrachtet gut für die Gemeinde lief. Die Ausgaben waren geringer, die Einnahmen höher als geplant. Es stehen jetzt den Gemeindeschulden etwa gleich großes Guthaben gegenüber.
Ab ca. 19:30 Uhr gab Frau Muggenthal eine Tour d‘Horizon zu den wichtigen kommunalpolitischen Stationen im vergangenen Jahr. Unter anderem sprach sie die Problematik des Flächennutzungsplans an, den Solarpark am Autobahnanschluss und den dort zu bauenden Energiespeicher sowie die dort ebenfalls projektierten Windräder, den Bau der Entwässerung im Ortsteil Etterschlag, die Quartiersentwicklung am Teilsrain, die Entwicklung des Ortszentrums im Ortsteil Steinebach, den renovierten Kirchenwirt und den Veranstaltungssaal dahinter, Verbesserungen im Katastrophenschutz, die Unterbringung für Geflüchtete am Kreisel bei Etterschlag und einiges mehr.
Zur Quartiersentwicklung am Teilsrain teilte sie die jüngste Entwicklung dahingehend mit, dass der Investor anders als ursprünglich abgesprochen von dem Plan, Mietwohnungen mit erschwinglichen Mieten zu bauen, zurückgetreten ist und Eigentumswohnungen bauen will, die er dann verkaufen kann. Grund dafür sei, dass die jüngsten finanzrechtlichen Entwicklungen (u. a. Finalisierungsrunde Basel III seit 2023, früher "Basel IV" genannt), die Finanzierung von Mietwohnungen nicht mehr wie vorher geplant erlauben, weil eine höhere Eigenkapitalquote gefordert sei. Der Gemeinderat ist darüber intern und auch mit dem Investor in Diskussion. Es soll noch in 2025 dazu entschieden werden. Vielleicht wird für Eigentumswohnungen ein Einheimischenmodell verwirklicht.
Danach stellte ab ca. 20:00 Uhr Landrat Frey seinerseits die den Landkreis derzeit bewegenden Themen dar, darunter der Neubau und das Renovieren von Schulen, die Situation zu den Krankenhäusern im Landkreis, Aspekte der Flüchtlingshilfe und der Jugendhilfe, der Katastrophenschutz und vieles mehr. Er trug auch vor, dass er gegen des immer schlechter werdenden öffentlichen Nahverkehrs, insbesondere der S-Bahn, mit dem MVV im Gespräch ist, was aus der Zuhörerschaft mit Applaus begrüßt wurde.
Ab etwa 20:30 Uhr gab es für die Bürger die Möglichkeit Fragen zu stellen, was auch genutzt wurde. Die Fragen richteten sich sowohl an die Bürgermeisterin als auch an den Landrat. Beide gaben kompetent und kenntnisreich Auskunft. Die problematische Verkehrssituation am Ortsausgang Etterschlag Richtung Mauern wurde hier angesprochen.
In gewisser Weise war die Bürgerversammlung eine doppelte Finnisage. Kämmerer Thomas Dischner geht zum Jahresende in Rente, so dass die Bürgerversammlung 2025 die letzte war, zu der er die Gemeinde-Finanzen darstellte. Er sagte sinngemäß, dass er seinen Posten mit einem lachenden und einem weinenden Auge aufgäbe. Und Bürgermeisterin Christel Muggenthal tritt bei der Kommunalwahl 2026 nicht zur Wiederwahl an, so dass auch für sie diese Bürgerversammlung die letzte war, zu der sie verantwortlich vortrug. Am Ende des Fragenteils dankte ein Bürger ihr und dem Gemeinderat für die gute Arbeit in den letzten Jahren. Auch die Kollegen aus dem Rathaus, vertreten durch Frau Heintel, dankten der Bürgermeisterin für die Zusammenarbeit und überreichte ihr einen großen Blumenstrauß. Frau Muggenthal nutzte die Gelegenheit ihrerseits, um ihren Dank an alle Mitwirkenden der letzten Jahre auszudrücken.
Zuletzt wurde am Ende des förmlichen Teils der Bürgerversammlung etwa um 21:00 Uhr zu "Sekt und Selters" eingeladen. Wer wollte, konnte bei Prosecco, Mineralwasser und Saft noch bleiben und mit den sonstigen Verbliebenen diskutieren.
Box:
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